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Wie man ein Eishockeyspiel filmt
Was auf einem Fussballplatz funktioniert, funktioniert in einer Eishalle nicht. Die Scheibe wirft die Tribüne zurück, das Eis blendet den Sensor, der Puck ist drei Zentimeter dick, und der Akku des Handys gibt im zweiten Drittel auf. Für jedes Problem gibt es eine einfache Lösung.
Ein missratenes Eishockeyvideo erkennt man in zwei Sekunden: ein graues, flaches Bild, auf dem das Eis weiss ist, die Spieler dunkel, der Puck unsichtbar, dazu die Spiegelung einer Person in Daunenjacke, die darüberliegt. Keiner dieser Mängel kommt vom Gerät. Sie kommen vom Ort, an dem man es aufgestellt hat, und von den Einstellungen, die man auf Automatik gelassen hat.
Über der Scheibe, nicht dahinter
Die Schutzscheibe ist der erste Feind. Schräg gefilmt, wirft sie die Beleuchtung und die Tribüne zurück; von Jahren voller Pucks zerkratzt, macht sie alles unscharf, was dahinter vorbeizieht. Die einzige richtige Position ist darüber: Das Objektiv ragt über den oberen Rand der Scheibe hinaus, auf einem Stativ in den ersten Reihen oder auf einem Steg. In vielen Eishallen genügt eine Tribünenreihe über der Brüstung.
Wenn das Darüberfilmen unmöglich ist, gibt es zwei Auswege: das Objektiv flach an die Scheibe drücken, mit einer improvisierten Streulichtblende, der Hand oder einem schwarzen Karton, um die Spiegelungen zu beseitigen, und die am wenigsten zerkratzte Zone der Scheibe wählen, in der Regel auf Schulterhöhe statt auf Puckhöhe. Das Bild wird weniger scharf sein als von oben, aber lesbar.
Die Mitte, erhöht, wie überall
Ist die Scheibe geklärt, folgt der Standort denselben Regeln wie in jeder Mannschaftssportart: auf Höhe der roten Mittellinie, so hoch wie möglich, um die drei Zonen gleichzeitig zu sehen. Die Eishalle hat einen Vorteil: Sie ist sechzig Meter lang, und ein Handy im normalen Bildausschnitt deckt von der Mitte der Tribüne aus alles ab, ohne Ultraweitwinkel. Die Regeln zu Höhe und Achse stehen ausführlich in Wo die Kamera stehen muss.
Das Eis überbelichtet: die Belichtung senken
Der Sensor sieht eine weisse Fläche, die zwei Drittel des Bildes einnimmt, und schliesst daraus, dass die Szene zu hell ist. Er dunkelt alles ab, und die Spieler werden zu Silhouetten. Die Korrektur ist ein Handgriff: Nach dem langen Druck, der den Fokus sperrt, den Belichtungsregler um eine halbe bis eine Stufe nach unten ziehen, bis das Eis wieder weiss ist, ohne ausgebrannt zu sein, und die Trikots ihre Farbe zurückbekommen. Danach nicht mehr anfassen: Die Beleuchtung einer Eishalle ändert sich während des Spiels nicht.
Das Sperren zählt hier doppelt: Ohne Sperre steigt die Belichtung jedes Mal wieder, wenn eine Gruppe Spieler in dunklen Trikots durchs Bild läuft, und das Bild pumpt.
Der Puck, das Tempo und die Bildrate
Ein Puck von sieben Zentimetern, schwarz auf weiss, in vierzig Metern Entfernung, ist in 1080p zwei oder drei Pixel gross. Man wird ihm auf dem Bild nie folgen, und das ist nicht schlimm: Was man im Eishockey analysiert, sind Positionen, Zonenaustritte, Zoneneintritte, das Powerplay, Situationen, die man an den Spielern liest und nicht am Puck. Ein Trainer, der auf dem Video den Puck sucht, macht denselben Fehler wie der, der im Fussball dem Ball folgt.
Das Tempo des Spiels dagegen regelt man über die Bildrate: 50 Bilder pro Sekunde statt 25, sofern das Handy durchhält. In einer Eishalle bei fünf Grad ist die Erwärmung nicht das Problem. Und 50, nicht 60: Die Beleuchtung von Eishallen schlägt mit hundert Hertz, und 60 lässt das Bild flackern, aus dem Grund, der in Warum mein Spielvideo ruckelt oder flackert erklärt wird.
Die Kälte tötet den Akku
Ein Handyakku verliert bei fünf Grad die Hälfte seiner Kapazität, und ein Eishockeyspiel mit seinen Unterbrechungen dauert mehr als zwei Stunden. Das Handy, das achtzig Prozent anzeigte, schaltet sich mitten im zweiten Drittel aus. Drei Vorsichtsmassnahmen:
- Eine externe Batterie, von Anfang an angeschlossen, in einer Innentasche verstaut oder in eine Mütze gewickelt, nicht am Stativ in der Kälte hängend.
- Früh hineingehen. Ein Handy, das vom Auto in die Eishalle kommt, beschlägt innen am Objektiv. Zwanzig Minuten in der Halle, bevor man filmt, aus der Tasche genommen.
- In jeder Pause prüfen. Die beiden Pausen zwischen den Dritteln sind dafür da: Akkustand, Bildausschnitt, Beschlag.
Eishockey filmt man in kurzen Sequenzen
Ein Linienwechsel alle fünfundvierzig Sekunden, ständige Spielunterbrechungen, Situationen, die zehn Sekunden dauern: Eishockey ist die Sportart, in der die Datei eines ganzen Spiels am wenigsten nützt und die kurzen Ausschnitte am meisten. Die Situationen während des Spiels zu markieren, ein misslungener Zoneneintritt, ein Powerplay, ein Zonenaustritt unter Druck, und sie danach wiederzufinden, zählt mehr als die Bildqualität. Die Methode gilt für alle Sportarten und ist beschrieben in Die wichtigen Momente in einem Spielvideo wiederfinden.
Häufige Fragen
Wo stellt man sich in einer Eishalle hin?
Auf Höhe der roten Mittellinie, über dem oberen Rand der Scheibe, so hoch wie möglich auf der Tribüne. Ein Handy im normalen Bildausschnitt deckt dann das ganze Eis ab.
Wie vermeidet man die Spiegelungen der Scheibe?
Indem man darüber filmt. Andernfalls, indem man das Objektiv flach an die Scheibe drückt, mit einem schwarzen Karton oder der Hand als Streulichtblende, an einer wenig zerkratzten Stelle.
Der Puck ist auf dem Video unsichtbar, ist das normal?
Ja, aus der Distanz ist er zwei oder drei Pixel gross. Man analysiert die Positionen und die Bewegungen der Spieler, nicht den Puck. Für eine bestimmte Situation zeigt ihn ein zweites, eng eingestelltes Gerät hinter dem Tor.
Wie lange hält der Akku in der Kälte?
Die Hälfte der üblichen Dauer: Ein Handy, das im Sommer draussen drei Stunden filmt, hält in einer Eishalle etwa anderthalb Stunden. Eine externe Batterie, die warm gehalten wird, ist unverzichtbar.
Nach Sportart: Eishockey · Unihockey · Feldhockey
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